Unsere Gemeinde Tautenburg - die Kirche
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Die Kirche von Tautenburg
Dieser Text wurde von der evangelischen Pfarrei in Tautenburg erstellt.
Unsere Kirche wurde in den Jahren 1881 bis 83 im neugotischen Stil
erbaut.
Bereits 1232 soll eine Kapelle auf der Tautenburg, dem
Herrschaftssitz der Schenken, gestanden haben und unweit unserer heutigen
Kirche eine Vorgängerin, allerdings ohne Turm. Die Glocken hingen in
einem Glockenstuhl neben der Kirche.
Ab 1638 vergrößerte sich der Ort und die kleine Kirche
genügte den Anforderungen der gewachsenen Gemeinde nicht mehr. 1776
wurden das Kirchenschiff erhöht und eine gewölbte Decke sowie
eine zweite Empore eingebaut. Jahre darauf zeigten die Kirchenmauern Risse,
so daß ein Neubau notig wurde.
Der Pfarrer von Tautenburg, Hermann Otto Stölten, nahm sich mit größtem
Engagement des Bauvorhabens an. Zusammen mit Kirchenbaumeister Weise betrieb
er intensive Baustilstudien und stellte umfangreiche Kostenrechnungen an -
immer um den Einklang von Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit und
Schönheit bemüht. So wurden die scheinbar luxuriösen Neuerungen
der separaten Taufkapelle und der in ihrem Mittelteil mehrreihigen
Empore sehr praktisch begründet: Bei Festgottesdiensten mit vielen
Besuchern erweitert die Kapelle das Kirchenschiff und die vielen
Sitzplätze auf der schönen, stützenlosen Empore machen die
Aufstellung weiterer Bänke im Schiff unnötig.
Im Juni 1881 war Grundsteinlegung. Für den Kirchenbau wurde die
Gemeinde zu Beiträgen herangezogen und auswärts lebende Nachfahren
ehemaliger Tautenburger um Spenden ersucht: So stifteten Nachkommen der
ehemaligen Tautenburger Herrschaft der Schenken das große Chorfenster
mit dem Christusbild und die Jenaer Familie des Kirchenhistorikers Carl
von Hase, Nachfahren des oft in Tautenburg verweilten Beamten Samuel Hase,
bezahlte das schöne Fenster in der Taufkapelle. (Nachfahren
dieser Familie wiederum haben 1994 das Fenster reparieren lassen.) Der
Apoldaer Fabrikant Schulze spendete Wollwaren, die bei einer Kirchenbaulotterie
verlost wurden.
Kanzel und Altar wurden von Jenaer Handwerkern entworfen und gebaut.
Sie waren die Prunkstücke der Jenaer Gewerbeausstellung 1883. Der
Opferstock, verziert mit einem keinen Fisch, der "einen Stater im
Mund hält (Matth. 17, 27), glänzend wie eine Silbermünze,
damit man nicht Kupfer einwarf", kündet vom Wissen um die auch
künftig immer wiederkehrenden Geldsorgen der Kirchgemeinde.
Im September 1883 wurde die Kirche eingeweiht, allerdings zu den
Klängen eines Harmoniums. Für eine Orgel hatte das Geld nicht mehr
gereicht, aber der Prospekt, die schöne Schauseite, war schon fertig.
Die Großherzogin von Weimar machte schließlich unserer Kirche
die Orgel zum Geschenk. Sie wurde 1885 eingeweiht und verfügt
als Besonderheit über eine vom Orgelwerk getrennte Klaviatur, so
daß der Organist mit dem Gesicht zur Gemeinde sitzt. Einen einzigartigen
Anblick bietet die farbige Rosette über der Orgel, wenn die
Strahlen der Sonne auf sie treffen.
Pfarrer Stölten, der die Kirche außen und innen maßgeblich
gestaltet hat, ist in der Kirche "verewigt": Sein Bild ist, der Chronik nach
gegen seinen Willen, im linken Chorfenster eingelassen.
Zwei Glocken rufen, von Hand geläutet, die Gemeinde zum
Gottesdienst, eine Bronzeglocke von 1515 und eine aus Stahlguß von
1925. Letztere ist für die ehemals zweite Bronzeglocke von 1835
angeschafft worden, die im 1. Weltkrieg abgeliefert werden mußte.
1983 wurde unsere Kirche mit viel Eigenleistung der Kirchgemeinde renoviert.
(Wenn die Kirchentür verschlossen ist, kann der Schlüssel im
Pfarramt, geholt werden. Wir freuen uns, wenn Sie für unsere Kirche
Interesse finden.)
Die Kirchgemeinde von Tautenburg
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